Eine Tagung für Frauen am 1. -2. November 1996 in Berlin
Angesichts der immer weiter fortschreitenden Computervernetzung
und ihren prognostizierten tiefgreifenden gesamtgesellschaftlichen
Veränderungen ist die Frage der Partizipation von Frauen
an dieser technischen Innovation von hoher Bedeutung. Bislang
liegt die Nutzung und Gestaltung von Computernetzen jedoch vorrangig
in den Händen von Männern. Viele Frauen, auch wenn sie
aus naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen kommen,
begegnen den Computernetzen teilweise mit deutlichen Vorbehalten
und Distanz, denn:
An beiden Tagen werden Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten von Frauen in den Netzen dargestellt und von praktischen Erfahrungen berichtet.
Am Freitag bieten wir eine an den Bedürfnissen von Frauen anknüpfende Einführung in die Nutzung des Internets und anderer Computernetze an, bei der (erste) praktische Erfahrungen am Rechner gesammelt werden können. Sie wird durchgeführt von Informatikerinnen, die neben ihrer fachlichen Qualifikation über Lehrerfahrung und Erfahrung in frauenpolitischer Arbeit verfügen. Die offene Struktur des Ablaufs am Freitag ermöglicht den Teilnehmerinnen ein freies und von den eigenen Interessen geleitetes Arbeiten.
Am Samstag werden im Anschluß an zwei Impulsreferate in Arbeitsgruppen intensiv mögliche Auswirkungen der neuen Technologien auf die Lebenssituation von Frauen diskutiert.
Auf diese Weise soll ein umfassender Zugang zu den neuen Technologien ermöglicht werden, der über das technische Wissen hinaus auch Gelegenheit zur Einschätzung und zum Erkennen der Möglichkeiten neuer Medien gibt.
Freitag, 1.November
Praktische Einführung in die Benutzung von Computernetzen
10 - 14 Uhr: Einführungsvorträge
Überblick
10-11 Barbara Schelkle: Was ist das 'Internet'? - eine mehr technische Einführung
11-12 Barbara Kleinen: Frauenwelt Internet?! - über Frauenorte im WWW und Mailinglisten
Einführung in die Praxis
12-13 Barbara Hohensee: Internetdienste: WWW und email
13-14 Nora Bugdoll:
Mailboxbenutzung und email: das Programm CrossPoint
Die vier Kurzvorträge am Vormittag bauen nicht aufeinander
auf, es ist also möglich - und so gedacht - sich bei Bedarf
nur eine Auswahl anzuhören. Eventuell wird es parallel dazu
die Möglichkeit geben, an den Rechner zu gehen. Die betreute
Rechnerzeit ist dazu gedacht, möglichst viel selbst ausprobieren
zu können, die Einführungsvorträge sind dazu eine
Hilfe, aber nicht unbedingt Voraussetzung. Außerdem werden
mit den Tagungsunterlagen kurze Einführungsmaterialien an
die Teilnehmerinnen verschickt, mit deren Hilfe sie sich selbst
an den Rechnern zurechtfinden können.
14 - 20 Uhr: Praktische Übung am Rechner
Betreute Rechnerzeit in zwei Räumen: an PCs zum Ausprobieren
einer Mailbox (WOMAN oder FemNet) und an Unix-Rechnern zum Ausprobieren
von WWW und e-mail
Samstag, 2. November
Nutzungsmöglichkeiten und Folgen der Computervernetzung
für Frauen
9-10 Uhr: Einstieg:
Was sie schon immer zum Internet sagen wollten: Streitgespräch
für alle mit Moderation
10-12 Uhr: Einführungsvorträge:
Nicola Tiling und Tanja Paulitz
(Frauenmailboxnetz WOMANe.V.):
Frauen nutzen Mailboxen und Internet: Erfahrungen aus der
Praxis
Corinna Bath (TU Berlin):
Gestaltungsmöglichkeiten und gesellschaftliche Folgen
- Internet aus Feministischer Sicht
13.30-17 Uhr: Arbeitsgruppen
Themen nach Interesse der Teilnehmerinnen, z.B.: